Götz Hindelang 

 (Prem Arpana)



Ach wie gut dass niemand weiß

Dass ich Prem Arpana heiß.  

Götz Hindelang 

Schreibt. Immer wieder auch gereimte Ungereimtheiten 

Prem Arpana 

Malt. Er hat ein Buch über Runen gemacht. Auch mit Bildern. 

 

Ethisch bin ich für gute Werke,

Ästhetisch gegen Gartenzwerge.

Gesundheitlich empfehl ich nur

Eine Wellness-Bade Kur.

Politisch bin ich Demokrat

Und kämpfe für den Euro-Staat.

Philosophisch lieb ich Popper

Der ist, trotz seines Namens, proper.

Ansonsten bin ich guter Christ

Weil alles andere Unfug ist. 

Doch öffentlich und staatspolitisch,

Da bin ich immer äußerst kritisch. 

Der Verlag sagt: 

Im Sommerprogramm 2019 des Periplaneta Verlag Berlin erscheint der Lyrikband „Die taube Taube hört es nicht, was der Tauber zu ihr spricht – Und andere Gereimtheiten“ von Götz Hindelang in der Edition Reimzwang. In 128 humorvollen Gedichten schreibt der emeritierte Germanist und Linguistiker über intelligente Tiere, die Dummheiten der Menschen, östliche Weisheitslehren und alles, was zum Leben dazugehört. Sprachlich verspielt und metrisch sauber geizt er in seinen Gereimtheiten weder mit Witz noch mit Kritik und erinnert dabei an Heinz Erhardt oder Joachim Ringelnatz.

Klicke auf den Kreis der Runenbilder! Ganz schön link, er ist verlinkt! 

Der perfekte Schuss


Ich liebe schlanke, schnelle Pfeile,

und übe schon seit einer Weile

Bogenschießen mit Genuss.

Da such ich den perfekten Schuss.

Zen-Meister Dogen Ryōkan

Der bietet hier jetzt Kurse an.

Er sagt: „Das Ziel bist immer du.

Mach einfach deine Augen zu.

Kannst du dich selbst zur Ruhe bringen,

wird dir der Meisterschuss gelingen.“

Ich fuhr zu ihm nach Halberstadt

wo er jetzt seinen Dōjō hat.

Er zeigte mir nach einer Weile

dort eine Holzwand voller Pfeile.

Im Zentrum von erstaunlich vielen

Kreisförmig aufgemalten Zielen

sah man dass darin höchst perfekt,

ein Pfeil mit seiner Spitze steckt. 

Ich sprach zu Meister Ryōkan

und sah ihn voller Ehrfurcht an:

„Wie kann es mir denn auch gelingen

Den Pfeil genau ins Ziel zu bringen?“

„Mach es wie ich und sei auch weise,

Schieße erst, mal dann die Kreise! 

So kann es keinen Fehlschuss geben

Das ist die beste Art zu leben.“ 

Fakten Check: Hans im Glück

Fake Stories leider überall!
Hier ein besonders schwerer Fall:
Was man vom Hans im Glück berichtet,
Ist voll erlogen und erdichtet.
 
Der Hans kam heim zum Mütterlein,
da fing Alte an zu schrein:
„Wo ist das Gold, wo ist dein Lohn?
Du bist ist ein arg missratner Sohn.
Du bist der größte Depp der Erde
Tauschst pures Gold für alte Pferde,
und Pferde für ein magres Schwein
Wie kann man nur so blöde sein?
Das Schwein hast du auch weg gegeben.
Willst du von Kieselsteinen leben? 
Die ham dich reingelegt, die Lumpen,
Hol dir zurück den goldnen Klumpen!“
 
Da sprach der Hans: “Die Brüder Grimm,
die flunkern da doch ziemlich schlimm.
Ach, dieses Professoren Pärchen
Erzählt hier wieder mal nur Märchen. 
Zum Abschied gab es gar kein Gold
Ich kriegte nur vier Taler Sold
Zwei davon gab ich Barbara,
die stand mir damals doch sehr nah.
Ach, wir triebens oft im Heu,
doch leider blieb sie mir nicht treu.
Ein weitrer Taler dann für Damen,
Die nach der Barbara noch kamen.
Der Rest ging drauf für Schnaps und Wein,
denn etwas Spaß, das muss schon sein.“ 
„Ja wenn das so ist, komm herein,
Dann will ich dir nicht böse sein. 
Du bist nicht doof, bist ganz normal.
Ich koch dir jetzt das Mittagsmahl.“

Geflüstert und geschrien

Texte sollte man nicht schreiben,
Um Langeweile zu vertreiben.
Texte muss man schreien
Mit dem Wunsch sich zu befreien. 

Das Geheimnis des Fischotters

Es war einmal ein Fischotter, der hieß Otti Ott. Er lebte mit seiner Frau Ottilie Ott-Schotter und seinen fünf Otter Kindern in einem schönen Haus in bevorzugter Wohnlage. Schon am frühen Morgen robbte er im Garten herum, brachte alles in Ordnung, dann robbte er unverdrossen zum Supermarkt wo er kistenweise Robby-Rob Fisch-Konzentrat und Oglu Tiefkühl-Fischfilets kaufte. Sein Haus lag an einem großen See. Man hatte den Ottern aber von Kindheit an beigebracht, dass es keine Seen und Gewässer gibt, und diese nur in Lügengeschichten der Otternfeinde bestehen, die wollen - so war die allgemeine Überzeugung -  dass Ottern im See baden gehen, dann unweigerlich ertrinken und so leichte Beute der Otternfeinde werden. Schon die Wörter „See“, „Fluss“, „Bach“ usw. zu verwenden, wurde als anstößig erachtet und mit Ermahnungen beantwortet. Aber eines Tages, er wusste selber nicht wie es kam, stand Otti Ott in seinem Garten und schaute auf den See. Ihm war natürlich klar, dass es keine Seen gibt, aber trotzdem stieg etwas in ihm auf, das stärker war, als alle Ermahnungen und er glitt, mir nix, dir nix ins Wasser. „OwO!“ sagte er auf otterisch, was so viel wie WoW! heißt. Und plötzlich spürte er, dass das Land gar nicht seine eigentliche Heimat war. „Ich gehöre dem Wasser an! Ja im Wasser fühle ich mich erst so richtig otterisch!“ Als er dann noch drei vier echte Fische verspeist hatte, fühlte er sich wunderbar. Die schmeckten so viel besser wie das Robby Rob Fischkonzentrat aus dem Supermarkt. „Hier bin ich Otter, hier darf ich sein.“ Aber dann musste er wieder an Land, die fünf Otterkinder mussten vom Robb-Training abgeholt werden. Zum Glück schien die Sonne und sein Fell war schnell getrocknet. Ob er Ottilie von seinem Bad  erzählen sollte? Aber er wusste, dass sie im Otterisch-Lutherischen Frauenbund engagiert war und den Glauben an Seen und Gewässer streng ablehnte. „Ach, was soll‘s!“ dachte er „Ich geh in den See, wann immer ich kann. Dazu gibt es genug Gelegenheiten und hole mir meine frischen Fische.“ Das Schwimmen und die frischen Fische taten ihm gut. Die Nachbarn sagten: „Sie robben so elegant durch den Garten, Herr Ott! Sie werden doch nicht verliebt sein?“ „I wo, ich nehme immer Robby Rob Extrapower Körnchen, probieren Sie’s doch auch mal. Das macht munter.“


Nur einer schaut 

Erfüllung und die Leere,

Das Leichte und das Schwere,

Das Leuchten und die tiefe Nacht

Sind aus dem gleichen Stoff gemacht.

 

Es war niemals ein anderer

Der Bauer und der Wanderer

Der Hausherr und der Gast

Der Liebende und der, der hasst.

 

Nur einer schaut, nur einer sieht

Was überall zugleich geschieht.

Nie wird es einen Zweiten geben

In allen strömt das gleiche Leben.

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Götz Hindelang (Prem Arpana)